EUROFILMER
Europäischer Autorenkreis für Film und Video e. V.
European Film & Video Makers Circle

Großes Kino - Eurofilm-Forum West am 4. Mai 2018

ein Bericht von Reinhard Merke

Das habe ich noch nie erlebt, EAK-Filme auf einer riesigen Leinwand, über 10 Meter breit, so breit wie der ganze Kinosaal. Der Veranstaltungsort: "Das Lumen" in Düren, ein Kinocenter mit 7 Filmsälen. Neben den 19 Filmen des EURO-Forums liefen noch 6 offizielle Filme des Filmtheaters. Das war Filmatmosphäre pur. Schon am frühen Morgen bei Beginn des Forums hatten 52 Zuschauer in den überaus bequemen Sesseln Platz genommen und erfreuten sich an der perfekten Projektion. Bis auf 2 Autoren waren alle gekommen. Und die zwei, die wegen Krankheit nicht anreisen konnten, ließen alle Filmfreunde herzlich grüßen. Grüße übermittelte auch der Vorstand des EAK.

Die große Leinwand und die perfekte Tonwiedergabe haben natürlich auch einen hohen Anspruch an das Filmmaterial. Bei der Größe der Projektion waren die Unterschiede zwischen Full HD (1920:1080) zu HD und besonders zu DV deutlich zu sehen. Wer seinen Film mit 50p gedreht hat, der erfreute sich natürlich an einem ganz besonders scharfen Bild. Beim Ton traten eine schlechte Abmischung und nicht korrigierte Windgeräuschen recht deutlich zu Tage. Dank des Ambientes und der hervorragenden Organisation, die im wesentlichen von unserer lieben Roswitha Katharina Wirtz und ihren Helfern getragen wurde, sind diese Dinge weniger wichtig.

Nach jedem Filmblock erfolgte eine Vorstelleng der jeweiligen Autoren, wobei der Moderator auf ihre Person und Filme einging und verschiedene Fragen stellte, die das Publikum interessieren könnten. Also eine ganz persönliche Ansprache, die Oliver Bücker in hervorragender Weise erfüllte. Schon seine tiefe Stimme und deutliche Aussprache animierte die Autoren, frei von der Leber zu erzählen. Dabei war das Mikrofon leider oft viel zu weit vom Mund entfernt.

Auch für das leibliche Wohl hatte Roswitha gesorgt. Getränke jeder Art gab es im großen Foyer des Kinopalastes. Zu Mittag speisten die meisten für kleines Geld beim ganz in der Nähe gelegenen Mongolen, wo eigens für die Eurofilmer ein Raum reserviert war. Eigentlich esse ich mittags nur ganz wenig. Aber hier war das Buffet dermaßen vielseitig und lecker, dass ich mich verführen ließ. Ich konnte den vielen Köstlichkeiten nicht widerstehen.

Nach der Mittagspause war das Kino fast voll besetzt. Zu verdanken war das den Einladungen, die der Kreis Düren verschickt hat. Dafür sei Monika Sandjon ganz herzlich gedankt.

Nun aber zu den Filmen: 2 Naturfilme, 1 Erfahrungsbericht, 1 Spielfilm, 2 Sketche, 3 Dokumentationen, 1 Animation- und 9 Reisefilme. Auf die einzelnen Filme möchte ich hier nicht eingehen, das würde den Rahmen meines Berichtes sprengen. Aber 4 Filme möchte ich kurz erwähnen, die mich sehr angesprochen haben. Das war "Weihnachtszauber in Sankt Peterburg". Der Film von Jacob Breidenbach hat mir die Schönheit dieser Stadt nahegebracht und das bei Minus 24 Grad.  Eine perfekte Kameraführung.
Ebenso begeistert war ich von "Sehnsucht Provence". Unglaublich schöne Bilder, ganz persönlicher, liebevoller Kommentar, der davon zeugt, dass der Autor Fritz Brecht die Provence in sein Herz geschlossen hat, die Tierwelt, den Lavendel und das Licht dieser Landschaft. Das ist das Privileg des Amateurfilmers: Er darf seine Gefühle im Film zum Ausdruck bringen. Denn er macht seinen Film nicht für ein breites Publikum, sondern primär für sich und seine Freunde.

Ganz großartig auch "Die Regenbogengesellschaft". Ein spannender Titel. Der Film berichtet über den Panamakanal. Jeder kennt ihn. Aber wenige wissen wie das Land ausschaut und wie die Menschen dort leben. Ich wusste nicht, dass 20.000 Menschen beim Bau ihr Leben verloren haben und dass die Durchfahrt pro Ozeanriese 100.000 US Dollar kostet. Ein außergewöhnlicher, gut gemachter Film.

Und schließlich "Necronomico". Ein Film von R. K. Wirtz. Ein fantastischer Bericht über eine Musikgruppe, die als Studenten ihren eigenen Musikstil entwickelten und heute mit grauen Haaren nach erfolgreicher Tätigkeiten z. B. als Unternehmer oder Professor, wieder gemeinsam Musik machen. Ein künstlerisch großartiger Film.

Und doch hat keiner dieser Filme eine Goldmedaille errungen.  Auch hat kein Film nur eine Anerkennung bekommen. 10 x wurde Bronze und 9 x Silber vergeben. Ich glaube, es liegt am Bewertungssystem, d. h. an dem Bewertungsbogen. Er berücksichtigt einfach nicht alle Facetten eines individuellen Filmes. Vor allem finde ich es nicht gut, wenn keine Anerkennungen vergeben werden. Dadurch verlieren Bronze und Silber an Bedeutung. Insgesamt waren die Filme qualitätsmäßig sehr unterschiedlich. Dafür sind 2 Preisgruppen, Bronze und Silber, einfach zu wenig.

Die Preisverleihung erfolgte durch Helmi Hansen. Dafür, dass sie diese nicht ganz leichte Aufgabe zum ersten Mal übernahm, machte sie es hervorragend und auch sehr persönlich.
Unterstützung erhielt sie dabei von Dominique Marlier-Wolf.  Gertie Dolfen war ständig bemüht, alles mit ihrer Kamera einzufangen. Ich will sie bitten, einige Bilder meinem Bericht beizufügen.

Vor der Preisverleihung sorgte Günter Hochgürtel mit seiner Gitarre und Liedern, meist im Eifler Dialekt gesungen, für eine beschwingte Stimmung. Die meisten erkannten den Künstler sofort. Denn er war ihnen bekannt aus dem 2015 preisgekrönten Film "Und doch muss ich weiterzieh'n" von R.K. Wirtz. Natürlich hat er das gleichnamige Lied auch gesungen.

Zwei Sonderpreise gab es. Einen davon stiftete der Kreis Düren. Da der Preisträger vom Sponsor nicht selbstausgesucht wurde, erfolgte eine Verlosung. Der Preis ging genau an die richtige Autorin, nämlich an R.K. Wirtz für ihren Film "Necronomico".  Eine kleine Entschädigung für ihre unendliche Mühe und Arbeit, mit der es ihr gelungen ist, das Forum West 2018 zu einem Erlebnis zu gestalten.

Der Sponsor des zweiten Sonderpreises ist Herr Riedel, der Geschäftsführer des Kinopalastes "Das Lumen". Er hat den Preisträger selbst ausgesucht. Die Wahl fiel auf "Hamburg und das Wunderland". Vielen Dank, ich habe mich sehr darüber gefreut.

Das Eurofilm-Forum 2018 hat gezeigt, dass der Amateurfilm an Bedeutung gewonnen hat und es sich lohnt, dabei zu sein. Wichtig für eine sichere Zukunft ist der Ideenreichtum der Autoren und das Engagement der Wettbewerbs-Veranstalter. Diese Aufgabe hat Roswitha Katharina Wirtz meisterhaft erfüllt. Vielen Dank dafür.

 

Preis vom Kreis Düren an Necronomicon ausgelost

 


Der Sänger Günter Hochgürtel



Monika Sandjon vom Kreis Düren



offizielles Pressefoto mit Frau Sandjon vom Kreis Düren und Herrn Riedel vom Kino



Helmi Hansen bei der Preisverleihung



Erste Autoren kommen



Horst Krause vor Eurofilmer-Ständer



Preis vom Kino an Reinhard Merke