EUROFILMER
Europäischer Autorenkreis für Film und Video e. V.
European Film & Video Makers Circle

Eindrücke vom Sifa-Festival 2017 in Hinwil

Ein Novum war, dass dieses Jahr nicht ein SIFA-Club als Veranstalter verantwortlich war, sondern der Präsident der SIFA, Reto Stocker war federführend. Er hat mit Hilfe einiger Leute, die er sich aus den einzelnen Clubs zusammengesucht hatte, das ganze Festival auf die Beine gestellt. Bravo! Es ist ausgezeichnet gelungen und alle die mitgeholfen haben, können sich stolz auf die Brust klopfen: Wir haben ein sehr erfolgreiches Festival auf die Beine gestellt.

Hoher Besuch von den Eurofilmern erfreute die Organisatoren.  Anni Bergauer und Werner Scheffknecht mit ihren Ehepartnern scheuten den weiten Weg in die Schweiz nicht und sie konnten sich die Filme ansehen und waren auch zu Gast beim Nachtessen und der Preisverleihung. So konnten sie einen guten Eindruck, wie so ein SIFA-Festival verläuft mit nach Hause nehmen.

Was auffällt: Eine absolut perfekte Vorführung auf Grossleinwand! Dies war dank neuer Videotechnik (neuer Full-HD Projektor mit neuer Leinwand für Rückprojektion) im Hirschensaal in Hinwil möglich. Im Saal waren an bester Stelle das Tonmischpult und der PC, von dem aus die Filme auf den unsichtbaren Projektor übertragen wurden. Da Roland Mees alle Filme auf HD heraufgerechnet hat, gab es auch keine Probleme mit Umstellen von 16:9 auf 3:4. Für die imposante Videoprojektion konnte sich die ZOFA-Technikmannschaft manches Lob von Zuschauern und Autoren einheimsen. Ganz super: Jeder Film wurde mit Titel, Autorenname etc. auf der Leinwand angekündigt. Zusätzlich wurden die fast vollzählig anwesenden Autoren vom Sprecher dem zahlreichen (bis 120 Personen) Publikum vorgestellt.

Die Vielfalt der Themen war im Rahmen der Vorjahre, die Veranstalter sind aber glücklich über zwei gelungene Spielfilme. Tierfilme sind wieder gut vertreten, aber an der Spitze liegt ein Reportagefilm von Urs Schadegg über eine illegale Goldmine auf den Philippinen. „Der goldene Berg“ zeigt in eindrücklichen Bildern die Arbeits-bedingungen, selbst unter Tage, wo den Leuten das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Es ist ja naheliegend, dass ein Film über Goldgewinnung auch mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wird.
Ebenfalls Goldmedaillen erhielten: „Ruf der eisigen Herbstwinde“ ein Film über Eisbären in Kanada von Willi Grau, sowie eine aufwändige Produktion von Markus Beerli: „Die letzte Fahrt“. Er begleitet einen Lokomotivführer auf seiner letzten Fahrt vor der Pensionierung auf der legendären, heute durch den Basistunnel ersetzten Gotthardroute.

Tendenzen für neue Filmrichtungen sind keine festzustellen und so werden unsere Filmautoren weiterhin das auf die Leinwand bringen, was ihnen gefällt und was sie interessiert. Das entspricht ja auch dem Gedanken der Amateurfilmerei, keine Vorgaben, keine Einschränkungen, völlige Freiheit in der Themenwahl. Schwer fällt den Autoren dann nur, wenn sie feststellen müssen, dass nicht das gesamte Publikum (und somit auch die Jury) den Film so sehen, wie es der Autor gemeint hat. Wer also seinen Film an den Wettbewerb gibt, tritt damit an die Öffentlichkeit und muss dann auch ertragen können, dass der eine Film beim Publikum der SIFA / Eurofilmer ankommt und der andere weniger. Das heisst noch nicht, dass ein schlechter bewerteter Film nicht gut ist, man müsste nur das Publikum (Jury) auswechseln.

25 Filme waren am SIFA-Filmfestival 2017 am Start und es sind alles Werke, die sich nicht zu verstecken brauchen. 19 davon werden an das Eurofilmfestival in Harsefeld bei Hamburg weitergeleitet.
Zum Ausklang sah man  in Hinwil eigentlich nur zufriedene Gesichter, nach einem guten Nachtessen und musikalischen Darbietungen kam für die Autoren der spannende Moment und für viele die glückliche Botschaft: „Es geht weiter nach Harsefeld bei Hamburg, mein Film wird vom 05. bis 07. Oktober 2017 am Eurofilmfestival gezeigt“.

Hansruedi Wiget